Die Kliniken wollen zukünftig weniger Personal abbauen als in der Vergangenheit, viele wollen sogar wieder mehr Personal einstellen, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet. Mehr Personal kostet mehr Geld, die Ausgaben für Krankenhausleistungen werden also steigen. Nun sind die Ausgaben gerade im Krankenhaussektor Jahr für Jahr gestiegen, obwohl Personal abgebaut wurde. Es darf also nicht verwundern, wenn die Ausgaben für Krankenhäuser, sowieso schon der mit Abstand größte Posten im Gesundheitswesen, nochmals zusätzlich ansteigen werden.
Da können die Kassen bei den Ärzten zusammenstreichen wie sie wollen und auch die Arzneimittelregresse der Kassen gegenüber den Ärzten werden es nicht verhindern – die Ausgaben laufen den Kassen völlig aus dem Ruder. Weitere Einschnitte gerade im niedergelassenen Bereich würden dazu führen, dass sich der Ärztemangel zusätzlich beschleunigt. Mit jedem niedergelassenen Arzt der seinen Praxissitz zusätzlich aufgibt, nimmt das Arbeitsvolumen der Krankenhäuser tendenziell zu. Aber während ein niedergelassener Arzt mit 30 Euro pro Quartal seine Patienten behandeln konnte, benötigt ein Krankenhaus dafür eher 50 Euro.
Einschnitte im ambulanten Sektor wirken kurzfristig kostendämpfend – mittel- und langfristig dagegen steigen dafür kompensatorisch die Ausgaben im stationären Sektor an. Der niedergelassene Arzt ist im Vergleich zum Krankenhaus eindeutig die kostengünstigere Alternative, wenn eine Behandlung von beiden Seiten in vergleichbarem Umfange erbracht werden soll.
Es fehlen in verschiedenen Regionen bereits heute in nennenswertem Umfange Ärzte. Auch die Krankenhausmanager gehen davon aus, dass die medizinische Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen nur noch durch die Zuwanderung ausländischer Ärzte aufrecht erhalten werden kann. Was passiert aber, wenn die ausländischen Ärzte angesichts des allgemeinen Ärztemangels in Europa den Weg in die Länder wählen, bei denen die Ärzte besser honoriert werden?
Die Ausgaben für das Gesundheitswesen steigen speziell im Krankenhaussektor sowieso seit Jahren überproportional an. Können zukünftig nicht mehr genügend Ärzte zu den angebotenen Konditionen an die Krankenhäuser gelockt werden, dann wird es entweder zu Versorgungsengpässen kommen – wie bereits aus dem ambulanten Bereich bekannt. Oder aber die Konditionen müssen deutlich verbessert werden, damit mehr Ärzte an die Kliniken gehen. Das wiederum entspräche auf der einen Seite der Forderung der Klinikärzte nach einer angemesseneren Honorierung und würde andererseits aber nochmals kostensteigernd wirken.
Damit haben die Kassen die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Entweder werden sie Versorgungsengpässe in der Bevölkerung hinnehmen müssen oder steigende Beitragssätze. Beides dürften die Patienten nicht besonders gerne sehen.